möbel im gespräch


Bei Melange und Topfenstrudel Tapeten betrachten. Über einem kleinen Bier die Maße für den neuen Arbeitstisch ausrechnen. Oder eine Tasche kaufen, während man an einem besonders heißen Tag einen kalten Apfelsaft trinkt.

BesucherInnen des „möbel“ kommen aus drei Gründen: Sie wollen entweder Zeit im Kaffeehaus verbringen, dort ausgestellte Produkte kaufen oder – beides. Wie die Idee zu diesem einzigartigen Konzept entstanden ist, wie es sich entwickelt hat und was in Zukunft noch passieren wird, erzählen Lothar Trierenberg und Markus Luger im Interview.

 

Auch wenn die Entstehungsgeschichte „möbel-Freunden“ bekannt ist: Wie ist „das möbel“ entstanden?

 

ML: Die erste Idee war eigentlich, ein Möbelgeschäft aufzumachen. Es ist dann aber mit der Zeit die Kaffeehaus-Idee dazu gekommen, weil es einerseits einfach vom Konzept her spannender ist, andererseits für potenzielle Kunden erhebliche Vorteile bietet – der Hauptvorteil ist natürlich, dass sie die Sachen benutzen können und eine ungezwungene Einkaufsatmosphäre haben, weil man ja mehrmals hierher kommen kann, ohne dass jetzt gleich ein Verkäufer kommt und fragt, ob man etwas kaufen will.

 

Wie sehen die potenziellen Kunden des „möbel“ eigentlich aus? Wer kauft im „möbel“ ein? 

 

LT: Einerseits sind die Gäste auch die Kunden, aber es gibt natürlich einen gewissen Unterschied. Im Kaffeehaus sind wesentlich mehr Gäste, die keine Möbel kaufen oder noch keine Möbel kaufen. Auf der anderen Seite gibt’s die typischen Kunden, die nur kommen, um etwas zu kaufen. Wir haben unsere Zielgruppe immer definiert als Zweit- oder Dritt-Einrichter – also nicht die ganz Jungen, die sich zum ersten Mal einrichten und sehr aufs Geld schauen müssen, sondern eher die Menschen, die Möbel fürs Leben haben wollen, die länger halten und auch einen höheren Preis haben dürfen.

 

„das möbel“ bemüht sich ja besonders um junge, nicht etablierte DesignerInnen und MöbelbauerInnen; welche Vorteile entstehen dadurch für diese?

 

LT: Ich denke, das war der zweite und wichtige Impuls, „das möbel“ zu machen – eine Plattform für die eben nicht etablierte, junge Szene zu bieten, vor allem, um an die Öffentlichkeit zu kommen; nicht nur, um Dinge zu verkaufen, sondern um mal ausstellen zu können, sich sozusagen am Markt zu behaupten und zu sehen, wie das Publikum darauf reagiert.

 

Vermutlich auch um zu sehen, ob die Möbelstücke funktionstauglich sind…

 

ML: Einen Belastungstest, ja. Das haben ja auch tatsächlich immer wieder DesignerInnen gemacht, die ausgestellt haben, nicht in der Absicht, die Sachen zu verkaufen, sondern um  zu schauen, wie das Produkt ankommt und natürlich auch, wie es das aushält. 

 

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