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Wie ein Stuhl laufen lernte …

Es war einmal ein Schweizer namens Fidel Peugeot, einer der „steckbrieflich“ meist gesuchten Font- und Interfacedesigner Europas, der nach seinem Studium des Kommunikations- und Schriftdesigns wie auch Film und Video von der Basler Schule für Gestaltung seine diplomierten „Entlassungspapiere“ ausgehändigt bekam und beschloss, das Land zu verlassen.

 

Sein Weg führte ihn nach Wien, wo er auf den Italiener Karl Emilio Pircher traf, der nach Jahren der Produktentwicklung unter der strengen Aufsicht von Ron Arad an der Universität für Angewandte Kunst endlich auch den heiß ersehnten Freibrief für ein Leben als Designer bekommen hatte.

 

Nachdem man sich gegenseitig als sympathisch befunden hatte – eine ähnliche Geschichte verbindet immer – ging man sogleich fröhlich ans Werk, um sich einen redlichen Namen als Kunstschaffende zu machen. Und dieser lautet nun seit dem Jahr 2002 Walking Chair.

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ellips


Total Regal

Der Mensch ist in der Regel ein Wesen mit dem Bedürfnis nach Ordnung und Struktur. Eine zwar unbeweisbare Behauptung, deren Inhalt für die gesamte Menscheit zudem nicht lebensbedrohend und somit vernachlässigbar wird. Aber jener Teil der „Nicht-Messies“, der abseits von konventioneller Aufbewahrung in verschliessbaren Schränken, unsichtbaren Einbauregalen und Kistensystemen, die ohnehin irgendwo zwischen Dachboden und Kellerabteil staubend vor sich hinfristen, eine sichtbare Struktur als gestaltendes Raumelement sucht, findet diese in den Formen und Funktionen von ellips wieder.

 

Natalie und Andreas Lawrenz, die beiden Designer hinter dem Label mit Sitz im deutschen Bad Oeynhausen, sind immer „bestrebt, Funktionalität, Wertigkeit und eine damit verbundene Langlebigkeit in unseren Entwürfen zu verbinden.“

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mm interier


Lümmeln erwünscht!

Es liegt ein malerisches Kurstädtchen namens Luhatschowitz (Luhacovice) in Südmähren, reizvoll eingebettet in das hügelige, bewaldete Vorland der Weissen Karpaten. Die Ortschaft blickt aber nicht nur auf eine jahrhundertealte Heilkurtradition zurück, sondern liegt gerade in jenem Eck der tschechischen Republik, das mit der traditionellen Fertigung von Bugholzmöbeln eng verbunden ist. Und genau hier, fernab von historischem Klischee mit nostalgischem Zuckerguss, gedeiht modernes Möbeldesign.

 

Eigentlich kann es Miroslav Manas, Absolvent der renommierten Holzfachschule in Bystrice, gar nicht hoch genug angerechnet werden, als er sich 1992 zur Gründung seiner Polstermöbelfirma mminterier entschloss. In einer Zeit kurz nach dem Fall jenes Vorhanges, der Mensch wie Land in Europa über vier Jahrzehnte geteilt hatte und deren Zukunft sich damals mehr als ungewiss präsentierte.

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mmi

werkraum bregenzerwald


Bodenständig abheben

Die Initiative „Werkraum Bregenzerwald“ schafft eine stille, aber sehr deutliche Formensprache, die weit über die Grenzen Vorarlbergs hinaus hörbar ist.

  

Tradition kann muffeln.  Der  Begriff wird gern gleichgesetzt mit Dirndl, Jodeln und der ganzen Denke dahinter. Tradition kann aber auch frisch daherkommen, Neues aus dem Guten des Alten wachsen lassen. Zum Beispiel im Werkraum Bregenzerwald. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von circa 80 Tischlern, Ofenbauern, jungen Designern, Teppicherzeugern und anderen Handwerksbetrieben. Vom Bregenzerwald aus schaffen sie es, der Globalisierung, der Massenproduktion und den Möbelhausriesen ein wohlgestaltetes Schnippchen zu schlagen, indem sie sich untereinander stärken, Synergien nutzen, selbständig bleiben und dabei die Zeichen der Zeit deuten, ohne sich von ihnen abzukehren. Und was noch viel schöner ist: Der Werkraum kreiert eine ganz wunderbare, eigene Formensprache, die auf sehr vorsichtige Weise mit dem Vokabular gestalterischer Tradition umgeht.

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lucy.d


Lucys Geheimnis

Hinter einem weiblichen Pseudonym stecken gleich zwei Designerinnen, die die österreichische und auch die internationale Designszene ordentlich aufmischen: Barbara Ambrosz und Karin Stiglmaier, einstige Schulkomilitonen, beschlossen 2003 – nach einiger separater Berufserfahrung – ihre Wege gemeinsam fortzusetzen und gründeten in Wien ein Designstudio unter dem Label Lucy.D. Es sollte sich als eine ihrer besten Entscheidungen herausstellen, denn die beiden Senkrechtstarterinnen eroberten die Designmetropole Mailand im Sturm und können bereits drei Jahre später auf eine ansehnliche Erfolgsbilanz zurückblicken.

 

Das Geheimnis ihrer Arbeit liegt in der Emotion, die sie in ihre Entwürfe hineinlegen, ebenso wie das Faktum, den Alltag genau und detailgetreu zu beobachten, um ihn schöner, um ihn besser zu gestalten. Begonnen hat alles mit der gläsernen Trinkschale Liquid Skin – eine Interpretation zweier Hände, die sich zu einem Wasserkelch öffnen – die heute im MOMA in New York steht und dort bewundert werden kann.

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frau maier


Der Hund und das möbel

Eine süße Schnüffelnase, die sich als Trendsetter, Jetset-Adabei und Lifestyleexpertin in Sachen Interior und Design versteht? Genau so stellte sich frauMaier der Öffentlichkeit vor knapp zweieinhalb Jahren – 2005 – vor. frauMaier ist – eine Hundedame. Auf einem kleinen Gehöft in Osteuropa in bitterer Armut geboren hat sich „the international dog of contemporary design“ innerhalb kürzester Zeit zum Insidertip für zeitgenössisches Wohndesign gemausert.

 

Auch wenn es eigentlich das Herrchen von frauMaier ist, dem die „goldene Knackwurst“ für die Verdienste um moderne Möbelgestaltung gebührt, frauMaier wuselt auf ihrer Promo-Tour aus gutem Grund zwischen Stieren auf Stelzen, einem leuchtenden Geschwisterduo oder dem „vergessenen Sitzmöbel“ umher.

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