schwere ausstattung


Reibungsflächen abseits des stillen Kämmerleins 

Er fühlt sich in erster Linie als Produzent, als Fabrikant. Und: Als Möbelbauer mit Schwerpunkt Beratung. Bevor Wolfgang Ure seine seit 15 Jahren bevorzugten Werkstoffe Eisen sowie Stahl schneidet, schleift, biegt und zu Sesseln, Tischen, Regalen, Kästchen, Schränken oder Vitrinen zusammenschraubt, formt er in einem intensiven Gedankenaustausch mit den jeweiligen Auftraggebern Ideen.

 

„Design im stillen Kämmerlein zu kreieren, das interessiert mich nicht.“ Es wäre, nebenbei erwähnt, auch ein krasser Widerspruch zu Ures Produktions-Gegebenheiten. Das Atelier auf einem alten Floridsdorfer Fabriks-Areal mutet wie eine Schlosser-Werkstatt an, und dementsprechend laut geht es auch zu. Warum Wolfgang Ure aber „Design aus dem stillen Kämmerlein“ vorrangig verweigert: Er sucht schon beim Ideen-Schmieden Reibungsflächen.

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feine dinge


Die Fein-Sinnige

Sandra Haischberger ist in vielerlei Hinsicht eine außergewöhnliche Frau. Nicht nur das betrachtet, was die junge Designerin auf die Beine gestellt hat. Sondern auch, wie es dazu kam. Es war schon in ihren anfänglichen Berufsjahren als Pädagogin, als sie merkte, dass sie das, was sie tat, gar nicht tun wollte. Dachte es und brach die Zelte in ihrer niederösterreichischen Heimat ab, um in Wien ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dass sie in der Meisterklasse für Produktgestaltung Keramik landete, verdankt sie eigentlich einer Freundin, die sie zur Aufnahmsprüfung mitnahm.

 

Es waren interessante, intensive Jahre an der Universität für Angewandte Kunst, und bald machte sich der Wunsch nach Luftveränderung breit. Die Studentin legte eine „künstlerische“ Pause ein und stillte ihr schon länger gehegtes Verlangen, nach London zu gehen und dort zu studieren. In diesem Jahr bereicherte sie ihr Wissen in Sachen Interior- and Furnituredesign und kehrte mit einer Menge wertvoller Erfahrungen nach Wien zurück, um ihr Diplom bei Enzo Mari zu machen. Mit der Ausstellung der Diplomarbeiten begann ein ganz neuer Weg, denn ihr Masterpiece – ein Waschbecken – wurde entdeckt und gleich beim Meinl am Graben platziert – aus der Suchenden wurde die Gefundene.

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Trickreicher Beton

Vom schillernden Lichtfaser-Globus in den Swarovski Kristallwelten bis zum durchsichtig eingegossenen und erstarrten „ice tree“ im MuseumsQuartier; von überdimensionalen Holzbausteinen als wandelbares Bühnenbild bis zu einem mit Abstell-Flächen durchbohrten Herz aus Lärche, Stahl und Glas: Daniel Meise legt sich nicht fest, reagiert auf die vielfachen Impulse seiner Umgebung – und setzt markante Zeichen.

 

Der gebürtige Wiener, der in Tirol aufgewachsen ist und als TU-Wirtschaftsingenieur für Maschinenbau einen handwerklichen Zugang zu Design hat, knüpft schnell Kontakte. Dementsprechend kann er auf die unterschiedlichsten Partner und Auftraggeber verweisen. Von Malern, Bildhauern und Architekten bis hin zu Institutionen (Haus der Musik, Haus der Künstler aus Gugging) oder Firmen aus Wirtschaft und Industrie (Messe- und Schauraum-Ausstattung). Auch bei den Materialien ist Meise für Überraschungen gut.

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la NiÑ.a


Endgültigkeit ist etwas Schreckliches

Sie war eine eifrige Architekturstudentin bis zu dem Tag, an dem sie keine Lust mehr hatte, Architektin zu werden. Endlich war der Moment gekommen, an dem sich Katharina Prantner klar wurde, dass Architektur zwar etwas Wundervolles ist, aber für sie persönlich höchstens eine Art Ausgangsbasis darstellt, aus der sie Dinge weiterentwickeln könnte.

 

Und so war es auch: Zielstrebig brachte sie das Studium doch zu Ende und klinkte sich gleich danach in einem Möbeldesignstudio ein, wo sie zwei „Lehrjahre“ verbrachte. Um auch dem Handwerk die Ehre zu geben, entschloss sie sich sogar, eine Schlosserlehre zu absolvieren. Damit sie sich mit dem Werkzeug richtig anfreundet, wie sie sagt. Doch von Berührungsängsten mit Hammer, Bohrer und Akkuschrauber kann keine Rede sein. Bereits als Kind mit größeren und kleineren Baustellen im Haus ihrer Eltern und daher mit greifbarer Dreidimensionalität auf Augenhöhe, teilte sie schon immer die Leidenschaft ihres Vaters, ständig neue Räume entstehen zu lassen.

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nin

kohlmaier wien


Der große Kleinverleger

Was nützt der beste Entwurf, wenn niemand ihn realisiert? So gesehen können viele heimische Designer froh sein, dass es Peter Kohlmaier gibt. Denn der Kärntner hat mit seinem Polsterei – und Tischlerbetrieb so manch unmöglich scheinenden Prototypen doch noch hingekriegt und viele Ideen bis zur Serienreife begleitet.

 

Peter Kohlmaier ist leidenschaftlicher Perfektionist. Bei seinem Vater lernte er das Tapezierer-Handwerk, Ende der 80er Jahre blieb er in Wien hängen und verdiente sein Geld zunächst mit dem Restaurieren von Möbeln. Über Bekannte ergaben sich mit der Zeit immer wieder Spezialaufträge – dort eine Sonderanfertigung, da eine Lokaleinrichtung. Die Referenzliste ergibt mittlerweile eine Topografie der Stadt: Babenberger Passage, Musikvereinssaal, Volksgarten, Mumok… Kaum jemand, der nicht auf einer Kohlmaier-Polsterung gesessen wäre.

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