breadedEscalope – Typen für Prototypen


Das Designtrio breadedEscalope erfrischt mit subtilen Ideen und kunstvollen Kleinserien.

Der Weg von Kärnten nach Wien führte über London: An der dortigen Kingston University studierten Sascha Mikel, Martin Schnabl und Michael Tatschl Product und Spatial Design, wobei die Ausbildung „komplett konträr“ gewesen sei zur bisherigen Ausbildung. „Es gab so gut wie keine Vorgaben, in welche Richtung man gehen soll. Wir wurden ermutigt, das zu tun, was wir können und wollen“, so das Kollektiv. Dass ihre Zukunft nicht im Hardcore-Industriedesign liegen sollte, kristallisierte sich schon bald heraus – der Grenzbereich zur Kunst ist es, was die drei Designer fasziniert.

„Es geht uns um Produkte mit emotionaler Ästhetik und Erfahrungsästhetik, nicht um Schönheit“, erklärt Martin Schnabl. Und Sascha Mikel ergänzt: „Wir wollen soziale Nachhaltigkeit vermitteln, das heißt Bewusstsein und Freude an einem Objekt schaffen.“ Auch die Interaktion spiele eine große Rolle: Der Entstehungsprozess eines Produktes sei wesentlich für die Identifikation durch den Benützer. So etwa beim „Original Stool“, einem Kunststoff-Hocker, dessen Herstellung der Käufer mit beeinflussen kann. Nachdem die „Zutaten“ in eine flexible Form gegossen werden, wird diese in einer großen Kugel gut verschlossen und so lange hin- und hergerollt, bis die endgültige Form entsteht. Jeder Hocker wird so (wie der Name schon sagt) zum Original. Zugleich brechen traditionelle Designkategorien auf: Wer ist der Schöpfer des Produkts? Und welche Zufälle bestimmen das Ergebnis?

Für das „möbel“ haben die drei Kärntner erstmals aus einem Prototypen eine Kleinserie produziert: den Vienna Clone Stool, dessen Urform durch Wien gerollt wurde und so von der Topografie geprägt ist. Eine poetische Liebeserklärung an die Stadt, in der sich die Design-Youngsters 2008 niedergelassen haben. Hier arbeiten sie unter dem Motto „Statements“ an weiteren künstlerischen Einzelobjekten und Kleinserien mit subversivem Witz und Charme. Nebenbei übernehmen sie diverse Auftragsarbeiten von Grafik- bis Verpackungsdesign, denn die Kunst allein ist bekanntlich ein hartes Geschäft. Die Idee zu ihrem Namen hatte das Trio übrigens bei einem gemeinsamen Gasthausbesuch. Die englische Übersetzung von (Wiener) Schnitzel passt perfekt. Nicht zuletzt deshalb, weil kein Schnitzel dem anderen gleicht.

Peter Stuiber – Katalog 2009

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