WerK


Frisch ans WerK

Es klingt wie die perfekte Symbiose, die tatsächlich auch gelebt wird: Hinter dem Begriff WerK stecken die abgekürzten Vornamen Werner und Katja Nussbaumer und ein Ort, an dem seit fünfzehn Jahren Möbel entstehen. An die lange Geschichte, wie alles begonnen hat, erinnern sich beide gerne zurück, denn es war die Liebe, die das Gemeinsame entstehen ließ.

Genau dieses Gefühl vermitteln die Nussbaumers mit ihren Kreationen, die ausgeschickt werden, um die Herzen der Menschen zu erobern, und abseits aller Oberflächlichkeiten ihre wahre Schönheit erst entfalten sollen, wenn sie schon ein paar Jährchen auf dem Buckel haben. Dieses „Altern“ in Schönheit manifestiert den fix einkalkulierten Faktor Zeit, der ein Möbelstück zu dem erst macht, was es sein soll.

Eines der strahlendsten Beispiele aus der „WerK“-Statt ist der Straßenbahnsessel, der seinen Platz in der Tramway gegen Gepolstertes im Niederflurwaggon einbüßen musste.

Ein wenig eigene Reminiszenzen schwingen da schon mit, wenn durch die Hände der beiden gelernten Tischler aus ausrangierten Pressholz-Platten ein Barstuhl oder ein anderes Sitzmöbel wird. Die Geschichte ist ein wesentlicher Teil des Produkts, und jedes Stück ein wertvolles Unikat.

Dass die Arbeit des Ehepaares gefühlvoll und sehr persönlich von statten geht, kann man in jedem einzelnen Entwurf spüren. Die Idee zur Rettung des Tramway-Sitzes beispielsweise kam von der Fahrt mit der Straßenbahn nach Hause. So oder so ähnlich werden Ideen umgesetzt, die Inspirationen aus der umgebenden Welt geschöpft. Das Lieblingsstück ist das jeweilige Projekt, an dem sie gerade arbeiten.

Schließlich muss man auch wieder loslassen können, wenn die Entwürfe flügge werden und in einen anderen Teil Europas übersiedeln. Die beiden Spezialisten für individuelle Möbelentwürfe und Prototypen rund um das Wohnen gehen ihren persönlichen konsequenten Weg, unbeirrt von jeglichen aufgesetzten Strömungen und marktschreierischen Trends – das ist nicht ihr Stil. Vielmehr lieber widmen sie sich ihren Holz- und Metallarbeiten, bei denen die Vergänglichkeit in den Entwicklungsprozess einkalkuliert ist.

Ein Credo, das schon Carlo Scarpa überzeugend transportierte. Angst vor Fehlern kennen die beiden Designer nicht, ganz im Gegenteil: Sie sehen darin die Chance etwas zu lernen. Jedes handgefertigte Möbel, das die „WerK“-Statt verlässt, ist sorgfältig entwickelt, und wenn auch nicht industriell makellos, dafür umso wärmer und individueller. Eines steht fest:

Katja und Werner Nussbaumer lieben ihren Beruf, und dieses Gefühl dringt an den Glücklichen, der ein Möbel von ihnen besitzen darf. Man muss nur genau hinhören, wenn Möbel ihre persönliche Geschichte erzählen.

Barbara Jahn

der katalog 2005/2006

Produkte von WerK

nussbaumer